Mauern werden eingerissen, ganze Fassaden umgestaltet und neue Räume entstehen. Seit 2011 wird das Caritas-Zentrum Franz von Assisi an der Hospitalstraße umgebaut. Der Umbau bietet Platz für neue Ideen. Dazu zählt das Konzept der „Gemeinschaftsorientieren Begleitung und Pflege“, kurz Pflegeoase.

„Wir haben uns auf die Verbesserung der Lebenssituation von schwerstpflegebedürftigen Menschen konzentriert, die viele Stunden pro Tag in ihrem Bett liegen“, so Caritas-Heimleiter Bernd Raspel. Am Montag, 21.05.2012, wurde die Pflegeoase der Öffentlichkeit vorgestellt und von Pfarrer Norbert Mertens eingeweiht.

pflegeoase_002

Margret Wallbrecher, Barbara Spengler, Gerlinde Weidanz und Helga Weinhöfer (v.l.) besichtigen die Pflegeoase im Franz von Assisi-Zentrum.

Das neuartige Konzept vereint Rückzugsmöglichkeiten und Begegnungen, indem meterlange Schiebetüren die Zimmerwände ersetzen. Durch deren Öffnung ergibt sich ein 300 qm großer Raum, mit Wohnbereich, Gemeinschaftsküche und Dachterrasse. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten bei ihrer Arbeit häufig das Gefühl der Unzulänglichkeit“, so Raspel. Durch das offene Konzept sind sie näher bei den Bewohnerinnen und Bewohnern und die Begegnung zwischen pflegebedürftigen Menschen, ihren Angehörigen und Mitarbeitenden wird gefördert. „Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Angehörige Schwierigkeiten mit der immobilen Situation haben, wenn Mutter oder Vater die meiste Zeit im Bett liegt, Gespräche nicht mehr möglich sind und der Blick an die Zimmerdecke geht. Dies führte oft zu Besuchsvermeidungen“, so Raspel. Die Pflegeoase löst diese isolierte Besuchssituation auf. Sie bietet den Austausch mit Angehörigen, die in einer ähnlichen Situation sind und Betten können problemlos auf die Dachterrasse geschoben werden. Die Wahrnehmung der Bewohnerinnen und Bewohner ist reduziert und Sprache nicht mehr das Mittel der ersten Wahl. Aus diesem Grund gibt es viele sinnliche Angebote in der Pflegeoase. Frischer Kaffeeduft aus der Küche gehört genauso dazu, wie Gespräche des Personals und der Gäste. „Regelmäßig werden auch ehrenamtliche Mitarbeitende zu Besuch kommen und die pflegebedürftigen Menschen begleiten“, so Raspel. Technische Innovationen ermöglichen unterschiedliche Lichtszenarien und Enkelkinder können ihren I-Pod an die Lautsprecheranlage anschließen und Oma und Opa ihre Lieblingsmusik vorspielen. Damit das Heil Gottes in der Pflegeoase erlebbar wird, ist eine stellvertretende Spiritualität für die pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner möglich. „Kranke Menschen spüren unsere Nähe und wir können ihre Hand im gemeinsamen Gebet halten. So ist sinnliche Wahrnehmung auch in der Spiritualität möglich“, so Pfarrer Norbert Mertens bei der Einsegnung.

 

 pflegeoase_003 pflegeoase_005

Für die Planungen der „Gemeinschaftsorientierten Begleitung und Pflege“ besichtigten die Bauherren mit Architekt Rainer Steinke mehrere Pflegeoasen, u.a. in Luxembourg. Bei der Hertener Konzeptentwicklung nutzten sie zudem die Kompetenzen und Erfahrungen von mehreren Caritas-Bereichen. Mit dabei: Sozialdienst, Technischer Dienst, Ambulantes Hospiz und Palliativ-Care-Pflege.

„Wir haben mit der Pflegeoase eine wichtige Weiterentwicklung geschafft, um die Lebensqualität von acht pflegebedürftigen und immobilen Bewohnern zu verbessern. Bei der Entwicklung und für unsere Arbeit war der Ausspruch leitend, `…weil jeder Mensch so wertvoll ist`“, so Raspel.

 

Suche

Ihr/e Ansprechpartner

foto muellermatthias

Matthias Müller

Geschäftsführung
Caritasverband Herten e.V. Hospitalstraße 11-13
45699 Herten

Telefon: 0 23 66 / 3 04 - 0
Telefax: 0 23 66 / 3 04 - 4 00
m.mueller@caritas-herten.de

Termin

Förderanträge an die Hermann Schäfers-Stiftung stellen

Ende: 31.01.2018 um 23:00 Uhr

Förderantrag